Vom Versehrtenheim zum modernen sozialen Dienstleister
Isny, 17. Mai – Das Stadtmuseum und das Stephanuswerk eröffnen die Sonderausstellung „Keine Insel“ am Sonntag, den 17. Mai im Isnyer Schloss. Mit Stimmen, Bildern und Filmen erhalten Besucherinnen und Besucher einen Eindruck über die jahrzehntelange Geschichte. Vom Start in der Nachkriegszeit als Heim für Kriegsversehrte, zum modernen sozialen Dienstleister mit den Bereichen Bildungszentrum, Wohnen und Werkstatt für Menschen mit Behinderung.
Die Sonderausstellung blickt zurück auf die wechselvolle Geschichte des Areals rund um das heutige Stephanuswerk. Mit der evangelischen Hospitalstiftung als Grundstücksbesitzerin, über die Erbauung des SA-Hilfswerklagers zur späteren Nutzung als RAD Truppführerschule, wurde das Areal ab 1946 Anlaufstelle für Schwerkriegsbeschädigte und Heimkehrer. Es entstand das Versehrtenheim Isny, das mehr war als ein Heim. Für viele wurde es zur neuen Heimat. Umschulung, Arbeit und Gemeinschaft helfen bis heute vielen Menschen und tragen maßgeblich zur Bildung und Inklusion bei.
Über Jahrzehnte entwickelte sich ein Kompetenzzentrum für ganzheitliche Bildungswege, besonders im Bereich der beruflichen Rehabilitation und der gesellschaftlichen Teilhabe. Bauliche Veränderungen, inhaltliche Neuausrichtungen und die Übernahme des Sportsanatoriums sind gut dokumentiert. Mit der Sonderausstellung im Stadtmuseum erhalten Besucherinnen und Besucher erstmals einen Einblick in die umfassenden Entwicklungen der letzten Dekaden und das sehr breit gefächerte Spektrum des Stephanuswerk in der Gegenwart. Klientinnen und Klienten, ehemalige und heutige Mitarbeitende berichten über früher und heute, über Beruf und Berufung und geben persönliche Einblicke in ihren Alltag.
Das Stephanuswerk versteht sich heute nicht mehr nur als Einrichtung, sondern als wichtiger Teil der Stadtgemeinschaft. Das Wirken als moderner sozialer Dienstleister ist „Keine Insel“ sondern ist im ständigen Austausch mit der Stadt Isny. In den verschiedenen Bereichen werden komplexe Strukturen aufgebrochen, um echte gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Die Ausstellung im Stadtmuseum verdeutlicht dabei die Rolle des Stephanuswerk im Allgäu. Als wichtiger Lebens- Arbeits- und Bildungsort sowie als verlässlicher Partner für regionale Unternehmen, prägt es die soziale Landschaft der Region maßgeblich.
Bildunterschrift: Die Isnyer Museen (links: Ute Seibold) und das Stephanuswerk (rechts: Regionaldirektor Mario Dusemund) haben am Sonntag die Ausstellung „Keine Insel“ eröffnet.
