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Georg Kerschensteiner

Georg Kerschensteiner

Georg Kerschensteiner wurde am 29.07.1854 in München als Sohn eines Kaufmanns geboren und starb auch dort am 15.01.1932 im Alter von 77 Jahren.

Sein beruflicher Werdegang begann mit dem Besuch der Präparandenanstalt und des Lehrerseminars in Freising. 1870 war er für kurze Zeit Schulgehilfe. Nachdem er das Abitur absolviert hatte, folgte dann in Augsburg ein Studium an der Technischen Hochschule und an der Universität in München in den Fächern Mathematik und Physik. Nach einer Tätigkeit als Assistent an einem Nürnberger Gymnasium, war er Lehrer in Schweinfurt und ab 1893 in München. Dort wurde er dann 1895 zum Stadtschulrat berufen. In dieser Tätigkeit war ihm nicht nur die Schulaufsicht, sondern auch die Organisation und Bildungsplanung des städtischen Schulwesens übertragen worden.

Ab 1919 hatte Kerschensteiner einen Lehrstuhl als Professor an der Universität München inne. Georg Kerschensteiner hat mit drei wesentlichen Gedanken die Pädagogik der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nachhaltig mitgestaltet. Er ist der eigentliche Schöpfer der heutigen Berufsschule, indem er mit der allgemeinen Fortbildungsschule (Sonn- und Feiertagsschule des 19. Jahrhunderts) brach und in München alle Jugendlichen in grundsätzlich nach Berufen gegliederten Klassen und Schulen zusammenfasste, den Beruf in die Mitte des Unterrichts stellte und auch praktischen Unterricht in eigens hierfür eingerichteten Schulwerkstätten erteilen ließ.

Im Sinne Pestalozzis, seines großen Vorbilds, erklärte Georg Kerschensteiner: “Der Weg zum idealen Menschen führt nur über den brauchbaren Menschen“ (1904). Er wollte damit aber nicht den wirtschaftlichen Gesichtspunkt zum Herrschenden machen, sondern sah im Beruf, als der seelisch dominierenden Tatsache im Leben des Jugendlichen auch den Ansatz zu einer charakterlichen und geistigen Erfassung und Formung. Aufs Engste hängen damit Kerschensteiners Ideen zur staatsbürgerlichen Erziehung zusammen. Er glaubte, nur der könne ein wertvolles Glied einer Gemeinschaft sein, der fest und sicher auf seinem eigenen Platz stehe und in der Zusammenarbeit die sozialen Tugenden ( heute würde man sagen soziale Kompetenzen)  geweckt und entfaltet habe. Seine Forderung nach einer Arbeitsschule an Stelle der sogenannten Lern- und Buchschule war ebenso zum Teil sozialpädagogisch bedingt. Doch war ihm auch früh die besondere unterrichtliche Bedeutung der „Handbetätigung“ bewusst gewesen und er hat deshalb seine Form der Arbeitsschule von Anfang an manuell bestimmt. In der Diskussion mit A. Fischer und H. Gaudig entstand die Idee einer Arbeitsschule, die „Lernen durch Tun“ in körperlicher und geistiger Hinsicht in den Mittelpunkt der Pädagogik stellte.

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